Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Die Künstlerin Judit Nagy L. stellt ihre Werke im Museum Neftenbach aus. Im Zentrum steht das Thema Liebe.
Ausstellung «Wie wäre es, wenn ich mich gleich jetzt mit meiner Frau ins Auto setzte und auf den Weg mache?», meldet sich Stefan Friedrich am Telefon auf die Medienanfrage. «Ich bin der Partner, Mitkünstler, Manger und ‹Gango› der Künstlerin», stellt er sich im schwäbischen Dialekt vor. Der «Gango», also das «Mädchen für alles» und seine Frau sitzen eine gute halbe Stunde später n einer Winterthurer Zahnarztpraxis beim Interview. Hier hängt zurzeit ein Teil von Nagy L.s Bilder. Der Name Nagy wird übrigens «Notsch» ausgesprochen. Nagy L. stammt aus der Slowakischen Republik, wo sie der Minderheit der Ungaren angehörte.
Kennengelernt haben sich die Künstlerin und Friedrich auf dem Camino, dem Jakobsweg. «Ich zog der Liebe wegen in die Schweiz», sagt Nagy L. «Wir wollten nicht in eine Grossstadt ziehen». Nun leben sie in Freienstein. «Ich bin zwar nicht religiös, aber ich glaube an schöpferische Energien», sagt sie. Dabei sei ihr wichtig, nicht in Extremismus zu verfallen.
Die Künstlerin deutet auf eines der Herz-Sujets: «Das Mass der Bilder ist kein Zufall, ich orientiere mich an der Fibonacci-Formel des goldenen Schnitts.» Unbewusst habe diese eine grosse Wirkung auf die Betrachter. Bei ihren Bildern wählt Nagy L. oft kräftige Farben, nur einzelne gestaltet sie monochrom.
Am Valentinstag, dem 14. Februar, wird Nagy L. im Museum Neftenbach ausstellen.
«Wir wollen keine exklusive Veranstaltung, mit VIPs und teuren Preisen. Wir wollen die Leute zusammenbringen», sagt Nagy L. «In dieser Beziehung schwimmen wir etwas gegen den Strom.» Der Valentinstag sei stark durch den Konsum geprägt. Von den Männern würde dann erwartet, dass sie fast unter Zwang Geschenke machten. «Uns geht es um etwas anderes.» Sie verstünden Liebe nicht nur zwischen Paaren, sondern als universelle Kraft. «Liebe wird in dieser Welt dringend benötigt», sagt die Künstlerin. Abgerundet wird die Ausstellung durch musikalische Begleitung von Jean-Pierre Reinle an der Gitarre sowie mit etwas fürs leibliche Wohl.
Zu sehen sein werden sieben Herzbilder, die den Namen «Shakana» tragen. Sieben deshalb, weil der Mensch gemäss spiritueller Lehre sieben Chakren ins sich trägt. «Das Herz ist eine universelle Form.» Von den Werken hat Nagy L. je eine Zehnerserie Kunstdrucke für den Verkauf herstellen lassen. «Mindestens zwanzig Prozent unseres Umsatzes werden wir für wohltätige Zwecke spenden, dies ist uns wichtig», sagt sie. Auch dies sei eine Form von Liebe.
Zum Malen kam sie, weil es in der Schweiz mit der Stelle als Bauingenieurin, ihrem angestammten Beruf, nicht klappen wollte. «Schliesslich tat ich das, was ich schon immer machen wollte: Kunst.» Einige kennen Nagy L. vielleicht von ihren Weinbilder her, die sie 2014 unter dem Titel «In Vino Veritas Art – IVVArt» in Neftenbach ausgestellt hat. Das Spezielle an diesen Bildern ist, dass mit Wein und Erde gemalt wurde.
«In Neftenbach haben wir grosse Unterstützung durch das Museum und Markus Zimmermann erhalten», sagt Friedrich. «Als wir unsere Ideen für die neue Valentinstag-Ausstellung vorstellten, ging es zack-zack mit der Zusage», sagt er.
Das Herz Shakana_01, gemalt in Schweizer Lascaux Farben, ist ein Gemeinschaftswerk, wie die ganze Serie «Dieses haben wir im Tandem gemalt», sagt Nagy L.
Zuerst entstand der Entschluss, eine Herzform zu verwenden. «In einem weiteren Schritt hat meine Frau eine erste Schicht Farbe aufgetragen, nachdem diese getrocknet ist», habe ich die zweite Schicht aufgebracht und so weiter, und so fort», sagt Friedrich. «Es war gar nicht so einfach, das Werk zwischendurch in andere Hände zu geben», sagt seine Frau. «Es hatte eine therapeutische Wirkung», sagt sie. «Ich musste im Gestaltungsprozess bewusst loslassen. So entwickelte sich eine eigene Dynamik.»
Claudia Naef Binz
14. Februar, 14 Uhr
museum@neftenbach.ch
invinoveritasart.com
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