Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Das Winterthurer Förderprogramm TruePicture zeigt Ausstellungen von vier preisgekrönten jungen Fotojournalisten.
Ausstellung «Es ist mir wichtig, dass junge Fotografen die Möglichkeit erhalten, mit einer Langzeit-Reportage Erfahrungen zu sammeln», sagt der Winterthurer Fotograf und Initiant des Förderprogramms TruePicture, Manuel Bauer, beim persönlichen Gespräch. Der Berufseinstieg sei für die junge Generation schwieriger als dies noch zu seiner Jugendzeit der Fall war. «Heute gibt es oft keine Redaktionsbudgets mehr für Fotografen, eine Entwicklung, die bereits in den 90er Jahren begann. » Unter dem Titel «Fotojournalismus trifft auf Menschenrechte» werden Langzeit-Reportagen in der Coalmine und im Museum Schaffen präsentiert. TruePicture, das sich wahrheitsgetreuer Berichterstattung verschrieben hat, ging aus dem Förderprogramm Globetrotter World Photo hervor, das wegen Corona eingestellt wurde. Daraufhin rief Bauer–unterstützt durch den «Kino-Cameo-Erfinder» Rolf Heusser – das neue Format ins Leben. Dank hartnäckiger, mehrjähriger Suche konnte die Finanzierung durch Stiftungen gesichert werden.
Während bei anderen Wettbewerben vorhandene, eingesandte Bilder beurteilt würden, würden bei TruePicture geplante Projekte gefördert. «Wir denken das Format vom Fotografen her», sagt Bauer, «und gehen trotz gründlicher Prüfung durchaus ein Risiko ein.» Laut Bauer werden Reportagen zu relevanten Themen finanziell und durch Erfahrungsaustausch unterstützt. So widmet sich Fotografin Chiara Wettmann mit ihrer Reportage «Staatenlos » Menschen, die offiziell nicht existieren.DieArbeitvonJulius Schien zeigt Schauplätze rechter Gewalt, bereits hundert hat er auf sachliche Art fotografiert. «Eine subtile Arbeit», sagt Bauer.
Auch bei seinen eigenen Arbeiten ging und geht es Bauer um Relevanz. «Davon muss die Welt unbedingterfahren!»,dasseider Antrieb für manche Reportage gewesen, wie diejenige von 1995, welche die Flucht aus Tibet zeigt. Über Jahre hat Bauer zudem das Leben des tibetischen Religionsführers Dalai Lama dokumentiert. «Dieser Mann hat einen unglaublichen Humor, ist aber sehr diszipliniert», weiss Bauer. Fake kaum zu erkennen Begleitend zur Ausstellung des Fotonachwuchses gibt es ein Rahmenprogramm mit Führungen und Vorträgen wie «Fake im Kopf» am 25. Januar. «Gefälschte KI-Bilder sind heute selbst von Profis kaum mehr zu erkennen», sagt Bauer. Aus seiner Sicht ist die Halbierungsinitiative zur SRG fatal: Damit fehle das Geld für Faktenchecks, was die Glaubwürdigkeit derMedien weiter untergrabe. «WirkönnenineinerDemokratie nicht auf eine vertrauenswürdige Berichterstattung verzichten.»
Claudia Naef Binz
Vernissage: 23. Januar
Ausstellung: 24. Januar bis 22. März
truepicture.org
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