Beni Thurnheer
schreibt für die WIZE jede Woche eine Fussball-WM-Kolumne.
Die Autorin Jacqueline Meier erzählt die Geschichte eines Mädchens im Autismus-Spektrum.
Neuerscheinung «Ich bin Mutter einer Tochter im Autismus-Spektrum», schreibt Autorin Jacqueline Meier im Vorwort des Kinderbuches «In Janas Welt – Eine Geschichte über Autismus, Besonderheiten und Anderssein.»
Meier, die im Raum Winterthur wohnt, ist bekannt für ihre Kinderbücher: «Die Vollmondvampire und die Mondhexe».
Diesmal nimmt sich die Autorin eines ernsten Themas an. Ganz einfach ist es ihr nicht gefallen, das Thema öffentlich zu machen, wie sie bei einem Video-Anruf sagt. «Es war mir jedoch ein Herzens-Anliegen, über Mädchen im Autismus-Spektrum zu schreiben», sagt sie. Im Gegensatz zu Buben fallen Mädchen weniger oft durch ihr Verhalten auf. Mädchen erhielten ihre Diagnose manchmal erst im Erwachsenenalter.
Beim Schreiben legte Meier Wert auf Fachexpertise. «Drei Fachpersonen haben das Buch auf seine Richtigkeit überprüft», sagt Meier, «und empfehlen dieses sogar Betroffenen, Eltern und Interessierten». Mittlerweile liege das Buch im Autismus-Zentrum Zürich, im Libelle-Autismuszentrum in Graz und bei Kinderärzten sowie psychiatrischen Beratungen auf.
Betroffene haben oft Schwierigkeiten, sich auf Small Talk einzulassen. Im Buch übt Jana diese Fertigkeit mit Small Talk-Karten.
Auf die Frage, wie weit Parallelen der Buchfigur Jana zu ihrer Tochter bestehen, betont Meier: «Die Geschichte der Buchfigur Jana ist nicht vergleichbar mit derjenigen meiner Tochter, jede Autistin, jeder Autist ist anders.»
Die Geschichte wird aus Sicht eines Teddybären, der das Kind begleitet, erzählt. Mit diesem Kniff rückt die Figur der Mutter etwas in den Hintergrund. Trotzdem ist diese beim Kind, wenn es zu einem Meltdown kommt. Dies ist ein emotionaler Ausbruch, der nicht kontrollierbar ist. Ein Meltdown kann entstehen, wenn ein Kind sich in der Schule den ganzen Tag lang angepasst hat und sich zu Hause der Druck entlädt.
Das Buch enthält einige Fachbegriffe, die jedoch vom Teddybären anschaulich erklärt werden. «Ich nehme meine Leserinnen und Leser an der Hand», sagt die Autorin.
Meier hadert nicht mit ihrer Rolle als Mutter einer Tochter im Autismus-Spektrum: Zwar sei es anspruchsvoll, wenn das eigene Kind nicht ins Schulsystem passe, aber: «Ich hätte mir nichts Besseres für mich wünschen können, als die Mutter von meiner Tochter zu sein. Jeder Tag mit ihr ist ein Geschenk und dank ihr sehe ich die Welt aus ganz anderen Augen. Jeder Tag mit meiner Tochter hält so viel bereit, an Lachen, an unendlicher Dankbarkeit und an Liebe. Meine Tochter ist die Liebe und das Glück meines Lebens.»
Die Illustrationen stammen ebenfalls von der Autorin. «Es war etwas ganz Neues für mich, auch die Zeichnungen zu kreieren», sagt sie und ergänzt: «Ich freue mich darüber, dass mein Buch am 11. August bei Radio Energy als «Book of the Week» vorgestellt worden ist.»
Claudia Naef Binz
www. autumnus-verlag.de
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