Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Die rotgepunktete Linie im kantonalen Richtplan zeigt, dass die Äussere Nordumfahrung quer durch Pfungen führt.
Von Winterthur direkt nach Wettingen: Die Idee einer neuen Autobahn zur Entlastung geistert seit fast zwanzig Jahren imkantonalen Richtplan herum.
Verkehr Es liegen so manche Planungsleichen im alen Richtplan. Gemeint sind visionäre Ideen, die zwar kaum umsetzbar sind, von denen man sich aber auch nie richtig verabschiedet hat. Ein solches Beispiel ist die Äussere Nordumfahrung, eine vierspurige Autobahn, die Winterthur mit Wettingen verbindet. Sie ist zwar im kantonalen Richtplan eingetragen, doch die Umsetzung dürfte es schwer haben. «Langfristig, primär weiter zu verfolgendes Vorhaben», heisst es im Richtplan zum Zeithorizont. Und wenn dort langfristig steht, dann ist das auch so gemeint. Denn in der kürzlich publizierten Bundesplanung der Verkehrsinfrastruktur «Verkehr45» bis ins Jahr 2045 taucht die Äussere Nordumfahrung gar nicht auf. «Eine künftige Aufnahme ins Nationalstrassennetz des Bundes erscheint unrealistisch», schätzt das ale Amt für Mobilität auf Anfrage.
Seit dem 26. März 2007 ist die Idee der Äusseren Nordumfahrung im kantonalen Richtplan eingetragen. Bei der Richtplanrevision 2014 wollten links-grüne sräte das Projekt wieder streichen, fanden dafür aber keine Mehrheit. In der darauffolgenden politischen Debatte machten sich zehn Verbände für die Äussere Nordumfahrung stark. Sie sei ein zentrales Element für die Verkehrsentlastung. Gleichzeitig setzte sich auch der Winterthurer FDP-srat Dieter Kläy für die Umfahrung ein. Gemeinsam mit sratskollegen der SVP und der damaligen CVP reichte er bei der Zürcher Regierung eine schriftliche Anfrage ein. Dort argumentierten die Politiker, dass mit der Hochleistungsstrasse der Ballungsraum Zürich mit der bestehenden Nordumfahrung als eigentlicher Stadttangente, nachhaltig vom Transitverkehr entlastet werden könne. Sie wollten vom Regierungsrat wissen, wie er das Entlastungspotenzial einschätze und wie er das Projekt beurteile. Der Regierungsrat war nach 2002 wiederholt skeptisch. Die Entlastung für die Nordumfahrung schätzte dieser auf gerade mal 13 bis 15 Prozent. Der Regierungsrat sprach von einem ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Auch der Bund lehnte bereits 2008 eine Genehmigung der Planung ab. Die Wirtschaftsverbände glaubten indes den Zahlen nicht. Sie gingen in einer damaligen Pressemitteilung von einer Entlastung zwischen 25 und 30 Prozent und verwiesen auf eine Diplomstudie der Zürcher Hochschule.
In den letzten Jahren gab es verschiedene Anstrengungen zur Verkehrsentlastung. Von grosser Bedeutung sind die Öffnung der dritten Gubrist-Röhre oder die Ausbaupläne der A1 auf sechs Spuren. An der Haltung von FDP-srat Dieter Kläy hat sich seither aber nichts geändert: «Seit damals hat der Verkehr erneut zugenommen. Damit ist die Forderung nach wie vor aktuell», wie er auf Anfrage sagt. Auch hinter den damaligen Argumenten könne er noch stehen. «Die Frage, die sich heute stellt, ist, welche Entlastungswirkung die Nordumfahrung unter den Umständen des A1-Ausbaus und der Gubristerweiterung haben wird. Ich vermute, dass diese Entlastungswirkung auch künftig vorhanden sein wird, da der Verkehr zunimmt. Das wäre aber genauer zu prüfen und zu quantifizieren.»
Von den Plänen direkt betroffen wäre die Gemeinde Pfungen. Dort schätzt man die Äussere Nordumfahrung wegen des schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses als kaum realisierbar ein. Trotzdem wäre die Gemeinde froh um die neue Autobahn. «Die Nordumfahrung hätte den grossen Vorteil, Pfungen vom Durchgangsverkehr zu entlasten», sagt Gemeindeschreiberin Andrea Jakob.
Sandro Portmann
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