Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Nico Gebs ist Präsident der Mitte Partei Winterthur Nord. Bild: cnb
Die Partei «Die MitteWinterthur Nord» wurde ins Leben gerufen. Einer der Mitgründer ist Nico Gebs aus Dinhard.
Politik «Ich bin in Ellikon an der Thur aufgewachsen», sagt der 28-jährige Nico Gebs beim persönlichen Gespräch. «Dort gibt es keine SP, Links existiert einfach nicht auf dem Land», erinnert sich Gebs an seine Jugend. Für sein Jus-Studium sei er nach Winterthur gekommen. «Hier kam ich vorwiegend mit linkem Gedankengut in Berührung.» Dies habe ihn etwas nach links bewegt. «Ich bleibe meinen Wurzeln allerdings treu, ich würde mich als moderat bürgerlich bezeichnen», so Gebs. Warum er bei der Mitte gelandet ist, beschreibt der Junge Politiker so: «Beim Wählen habe ich selbst mal den Smart Spider ausprobiert und gemerkt, dass ich mit der Mitte-Politik ziemlich übereinstimme, denn ich bin wirtschaftsfreundlich und der Mittelstand liegt mir am Herzen.»
Gebs begann, bei der Partei Mitte Stadt mitzuarbeiten und wäre gerne geblieben, «Da ich nach dem Studium in Winterthur keine Wohnung fand – ja da sind wir mitten in den politischen Themen – weitete ich meinen Suchradius aus.» Als Einwohner von Dinhard konnte er dann nicht länger als Aktivmitlied bei der Mitte-Partei Stadt mitwirken. «Zusammen mit Stadtparlamentarier André Zuraikat kam ich auf die Idee, eine ländliche Mitte-Partei zu gründen. Gesagt, getan, im vergangenen Frühjahr wurde die Partei, der die Gemeinden Neftenbach, Dättlikon, Pfungen, Hettlingen, Seuzach, Dägerlen, Dinhard, Altikon, Rickenbach und Ellikon an der Thur umfasst, gegründet. «Damit decken wir zehn Gemeinden mit einem Vorstand ab, wir schauen auf schlanke Strukturen, ja das Haushälterische ist mir wichtig», betont Gebs. Aktuell verzeichne die Partei rund 35 Mitglieder, einige davon aus der ehemaligen Seuzacher CVP-Ära.
«Die Wahlen 2026 können wir vergessen, jetzt steht erst mal Aufbauarbeit an», sagt Gebs. Das Ziel sei es, in einem ersten Schritt auf persönlicher Ebene Kontakte zu knüpfen. «Dabei ist uns das Gesellige sehr wichtig. Bei einem Jassturnier wurden bereits Punkte gezählt. Erfreulich viel Junge seien dabeigewesen. «Bei einem Glas Weisswein und bei Jasskarten lässt es sich doch viel einfacher politisieren», ist Gebs überzeugt. «Der Verein lebt von den Leuten.»
Erst in einem zweiten Schritt will die neue Partei 2030 bei den Kommunalwahlen punkten. «Es geht darum, dass wir fähige Leute zur Verfügung stellen können für die offenen Ämter.» Diese seien immer schwieriger zu besetzen. Gebs sieht sich und seine Partei also weniger als Konkurrenz, sondern als «Zubringer». Wenn es um konkrete Themen geht, die ihn bewegen, muss Gebs etwas nachdenken. «Die Wählerinnen und Wähler wissen bei der Farbe Orange, woran sie sind», sagt Gebs und relativiert: «Der Spielraum innerhalb der Gemeindeämter ist gar nicht mehr so gross.» Sicher seien die Windräder ein heisses Eisen. «Die Windräder werden kommen, da ist es doch vernünftiger, diesen Prozess mitzugestalten, statt sich dagegenzustellen und dann trotzdem überrumpelt zu werden.»
Claudia Naef Binz
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