Stefan Fritschi
duelliert sich gegen Kaspar Bopp um das Amt des Stadtpräsidenten.
Neulich sprachen wir in der Redaktion über Tattoos. Während einige Fan davon sind und den Arm nicht vollkriegen können, hält sich die Begeisterung bei anderen in Grenzen. Ich gehöre dazu, und nicht erst, seit ich darüber las, wie schmerzvoll die Entfernung per Laser ist. Besonders kritisch: Wenn der Name des Liebeslebens mit dem Zusatz «forever» unter die Haut gestochen wird.
Weit angenehmer ist dagegen die Bücherliebe.
Seit dem Kindergartenalter besuche ich die Winterthurer Bibliotheken. Damals wurden die Bücher noch von einer Bibliothekarin über den Tresen gereicht. Bei der Bücherrückgabe hatte ich als Kind damals Bedenken, dass mich die Mitarbeiterin über den Inhalt der einzelnen Exemplare befragen würde, denn der Ausleihhunger war bisweilen grösser als die Leselust. Trotzdem wurde ich zur Intensiv-Leserin – in die Ferien nahm ich immer eine mit Büchern vollgepackte Sporttasche mit, sogar in den väterlichen Wanderrucksack schmuggelte ich einen dicken Schmöker, der mir während der Mittagspause gute Unterhaltung bot. Besonders liebte ich die Detektivgeschichten: «Die drei ???». Während der Jahre änderte sich einiges: Das Self-Check-in wurde eingeführt und das Angebot sukzessive um Kreativ-Angebote erweitert. Was bleibt: Trotz digitalen Angeboten ziehe ich das gedruckte Buchexemplar vor, kein Algorithmus kann das Schmökern in den Regalen ersetzten.
Sollte ich wider Erwarten doch noch ein Tattoo stechen lassen: gut möglich, dass ein Buch das Sujet meiner Wahl wäre. cnb
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