Sol Bufalini
von den FCW-Frauen hatte mit ihren Teamkolleginnen einen Auftritt am Tanzfest.
Der von Philippe Soutter gecoachte HC Rychenberg gewann gestern Abend im 5. Playoff-Halbfinalspiel gegen SV Wiler-Ersigen auswärts 5:4 nach Penaltyschiessen und steht somit mit dem Gesamtscore von 4:1 im Superfinal.
Unihockey Gestern, Mittwochabend,nutzte der HC Rychenberg die erste Möglichkeit, gegen SV Wiler-Ersigen das Ticket für den Superfinal vom 25. April in Fribourg zu lösen. Der HCR erwischte in der Sporthalle Grossmatt in Kirchberg vor vielen mitgereisten Fans aus Winterthur einen Traumstart und führte nach 6. Minuten 2:0. Danach drehte in einem turbulenten Startdrittel die Partie. In der 14. Minute führte Wiler, ehe das 18-jährige HCR-Talent Julian Egli noch vor der ersten Drittelspause auf 3:3 ausgleichen konnte. Danach fiel auf beiden Seiten nur noch je ein Tor, sodass nach der Verlängerung ein Penaltyschiessen entscheiden musste. Eric Kunz glänzte auch da, Michel Wöcke und Oskar Weissbach versenkten ihre Schüsse - der HCR gewann das Penaltyschiessen 2:1 und die Partie somit 5:4.
Die Winterthurer NLA-Unihockeyaner lösten bereits in den vorangegangen Playoff-Partien eine riesige Begeisterung aus. Für viele gilt primär Headcoach Philippe Soutter, der seit November 2025 das Szepter führt, als eigentlicher Erfolgsfaktor. Nicht so für ihn: «Sicher habe ich den einen oder anderen Input gegeben, aber ohne meine Assistenten Tero Kotilainen und Kari Koskelainen wäre dies unmöglich gewesen. Wir sehen uns aber nur als Dienstleister für unsere Spieler. Was sie in den Playoffs abliefern, verdient höchsten Respekt.»
Soutters Vorgänger Samuel Eberlewar es zu Beginn der neuen Saison nicht gelungen,die gewünschte Freude, Motivation und Leichtigkeit in sein Team zu bringen, wie er seinen überraschenden Rücktritt gegenüber dem «Landbote» begründet hatte. Philippe Soutter, von seinem Verein Zürich Oberland Pumas spontan freigegeben und temporär an den HCR «vermietet», sah sofort einen deutlich zu grossen Kader als Hauptproblem. «Zusammen mit Kari und Tero haben wir den Fokus wieder auf die erfahrenen Leistungsspieler gelegt und diese mit jungen Talenten ergänzt.» Mit der Rückkehr auf die Erfolgsspur und der frühzeitigen Sicherung eines Playoff-Platzes vor der Weihnachtspause 2025 war ein erster Grundstein gelegt. «Natürlich gab es auch immer wiedermal kleine Rückschritte, wie die enttäuschende Niederlage im Cupfinal gegen Floorball Thurgau im Februar», erinnert sich Soutter. Seine Erfahrung als einstiger Erfolgstrainer im Emmental (3 Cupsiege mit Unihockey Tigers) warf er einen Monat später im Playoff-Viertelfinale in die Waagschale: «Ich habe meinen Spielern vor der ersten Partie in Langnau gezielt mitgegeben, wie sie den Favoriten aus dem Konzept bringen können. Sie haben dies hervorragend umgesetzt.» Der HCR kippte die Berner glatt mit 4:0 aus der Serie.
Wie nur schafften es Soutter und seine Assistenztrainer, auf den Punkt hin aus ihren Spielern solche Topleistungen herauszukitzeln? Soutter lacht: «Es waren auch davor bereits kleine Nuancen, die es ausgemacht hatten. Mir war etwa schon etwas früher aufgefallen, dass sich unser schwedischer Ausnahmekönner Oskar Weissbach noch nicht ganz eingelebt hatte. Obwohl es damals deshalb noch eher schwierig war, an ihn heranzukommen, habe ich mich eines Abends entschlossen, ihm einen ‹Liebesbrief› zu schreiben und ein sehr persönliches Gespräch mit ihm vereinbart. Ich schlug ihm vor, statt als Flügel fortan als Center zu spielen. Seither strotzt er vor Spielfreude und ist im positivsten Sinn Leader und menschlicher Häuptling unseres Teams. Ich ärgere mich nur, dass ich ihm diesen Brief nicht bereits viel früher geschrieben hatte.»
Im Hinblick auf den Superfinal und seinen allfälligen ersten Schweizermeistertitel als Headcoach meint der 63-Jährige, dass er sich für die Mannschaft, die Fans und den HCR als Verein zwar freuen würde, für ihn dies aber nicht entscheidend wichtig sei. «Ich amüsiere mich einfach über jeden unserer Erfolge, viel mehr nicht. In der letzten Heimpartie am Sonntag hat es mich beispielsweise unglaublich gefreut,wie unsere sechs eingesetzten U21-Spieler performten, auch gestern harmonierten die jungen Talente mit den Routiniers ausgezeichnet.» Noch am Dienstagnachmittag hatte Soutter die Chance für das Erreichen des Superfinals gegen Zug United oder Floorball Thurgau (die Serie steht zurzeit 3:2 für Zug) noch bei 50:50. «Da kann noch alles passieren», meinte er ohne zu verhehlen, dass ihn ein Finalknüller durchaus amüsieren könnte. Nun ist Letzteres Tatsache - am Samstag, 25. April, spielen sowohl der HCR als auch Philippe Soutter in der Fribourger Eishalle um den ersten Schweizermeistertitel. Zugleich wird Philippe Soutter seine Derniere als HCR-Coach mit einem absoluten Höhepunkt - unabhängig vom Resultat - feiern können . "Es ist gut so", meint er, der sein Engagament für die Rychenberger trotz zwischenzeitlich schwerer gesundheitlicher Probleme durchgezogen hat : "Ich werde danach vorerst zu den Zürich Oberland Pumas zurückkehren, mir aber gleichzeitig überlegen, mir zumindest einmal eine Unihockey-Auszeit zu nehmen."
George Stutz
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