Sarina Molinari
hat eine innige Beziehung zu den Songs von ABBA.
Claudia Rindler betreibt seit elf Jahren ein Geschäft als Maskenbildnerin in der Obergass. Hier bietet sie auch Kurse zur Seifenherstellung an.
Zwischen Halloween und Fasnacht: Besuch bei einer Winterthurer Maskenbildnerin.
Handwerk Fasnacht und Halloween: Wenn sich die Welt in fantasievolle Kostüme hüllt, hat die Maskenbildnerin Claudia Rindler aus Winterthur Hochkonjunktur. Das war an der diesjährigen Fasnacht auch so. Sie schminkte zahlreiche Einzelpersonen, aber auch ganze Gruppen. «Die meisten Leute kommen bereits mit einer Idee. Je ausgefallener sie ist, umso spannender finde ich diese. Ich liebe die Herausforderung», sagt Claudia Rindler.
Das Geschäft am Obertor, das sie seit elf Jahren betreibt, ist halb Prinzessinnenschloss, halb Gruselkabinett. Das Entrée gleicht einer Märchenfantasie. Es dominiert die Farbe Rosa. Zauberhafte Perücken, wohlduftende Seifen und bunte Schminksachen stehen in den Regalen. Auf der dazugehörigen Website (Seifen-Oper.ch) finden Kunden alles rund um das Thema Körperpflege. Wer sich einmal als Prinzessin fühlen will, ist hier richtig. Passend dazu bietet Rindler Kurse an, wie man Seifen und Cremes selbst herstellt. Auch kann der Laden für Kindergeburtstage gemietet werden. «Es ist mein persönliches Make-up Wunderland, wo ich all meinen Leidenschaften nachgehen kann», so Rindler. Doch die Prinzessinnenwelt ist nur eine Seite der Kunst von Rindler. Die düstere Seite zeigt sich in ihrem Keller. Zu diesem führt eine Treppe hinter einem Vorhang. Hier unten zeigt sich die ganze Bandbreite ihrer Kunst, für die sie international beachtet wird.
Im Atelier im Keller arbeitet Claudia Rindler als Maskenbildnerin. Zwischen den Schminkspiegeln steht eine Drachenbüste. Einzelne Bilder an der Wand zeigen berühmte Figuren aus dem Horrorfilm-Genre. Gelernt hat Rindler bei ganz Grossen. Mit dem düster-dystopischen Künstler H.R. Giger arbeitete sie in jungen Jahren zusammen. «Er war mein Mentor und hat mir gezeigt, wie man einen perfekten Totenkopf modelliert und wie man mit Hartplastik arbeitet», sagt sie und zeigt auf ein Empfehlungsschreiben von ihm. Dank dessen konnte sie ihre Ausbildung machen, mit der sie sich nun staatlich anerkannte Maskenbildnerin nennen darf. Egal, ob für Theater, Film oder Musik: Braucht es eine Maske oder ein Requisit, ist Rindler zur Stelle. «Ich liebe die Herausforderung. Geht nicht, gibts nicht. Ich mache dort weiter, wo die anderen aufhören», sagt sie. So hat sie etwa für eine Theatervorstellung einen mit Blut gefüllten Dolch kreiert. «Die Frau musste dem Mann den Dolch in die nackte Brust stechen. Weil er oben ohne war, konnte keine Blutpumpe zum Einsatz kommen», erinnert sich Rindler.
Egal, ob Gruselfratzen oder Prinzessinnen: Die Arbeit von Rindler macht die Fantasiewelt sichtbar. Aktuell arbeitet sie bei der Show «Speakeasy Magic» in Zürich mit, einer immersiven Zaubershow, für die sie das Make-up macht. Aber man muss nicht so weit reisen, um ihre Arbeit zu bewundern. Für eine Ballett-Show im Juni im Theater Winterthur hat sie den Baumkronen-Kopfschmuck gemacht. Auch verschiedene Escape Room hat sie stimmungsvoll mitgestaltet. Daneben hat Rindler auch ein grosses Herz für Tiere. Sie hat schon zahlreiche Hunde aufgenommen und weitervermittelt. Nun bietet sie ihre Dienste auch als Hundetrainerin an.
Sandro Portmann
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