Sarina Molinari
hat eine innige Beziehung zu den Songs von ABBA.
Stadtrat Kaspar Bopp und Petra Oberchristl, Leiterin des Finanzamts, stellen den Medien die Rechnung 2025 vor.
Die Stadt schreibt 2025 63,9 Millionen Franken Gewinn. Gleichzeitig wappnet sie sich für eine Krise.
Finanzen In Zeiten, in denen die Stadt Winterthur für ihre hohen Verschuldung kritisiert wird und die Stadt Zürich erstmals seit zehn Jahren negative Zahlen schreibt, wirkt die Rechnung 2025 von Winterthur wie eine Beruhigungstablette für all die Kritiker. Stadtrat Kaspar Bopp präsentierte am Dienstag eine Rechnung mit einem Gewinn von 63,9 Millionen Franken. Budgetiert war ein Plus von 9,8 Millionen Franken. Hauptgrund für das positive Ergebnis ist eine vorzeitige Rückerstattung von Versorgertaxen durch den Kanton in der Höhe von 39,7 Millionen Franken. Die Stadt hatte in den Jahren 2016 bis 2022 zu viel für die Heimpflegeleistungen bezahlt. Die Rückzahlung wurde jedoch erst in diesem Jahr erwartet. Für die Rechnung 2026 habe dies jedoch keine negativen Auswirkungen, wie Bopp sagte. «Beim Budgetprozess 2026 wussten wir bereits von der Rückzahlung.»
Die Rechnung liest sich in vielen Punkten positiv: Die Steuereinnahmen fielen 17,4 Millionen Franken höher aus als budgetiert, der Selbstfinanzierungsgrad steigt von 109 auf 143 Prozent, womit die Nettoschuld pro Kopf von 8900 auf 8343 Franken sinkt. Das Eigenkapital steigt um 115,5 Millionen auf 1,243 Milliarden Franken. «Von der Richtung her ist es eine erfreuliche Entwicklung», so Bopp. Im Jahr 2025 hat die Stadt 177 Millionen Franken investiert, 100 Millionen davon in den Steuerhaushalt, also in Projekte wie Schulhäuser oder Strassen. Mit 21,1 Millionen Franken war die Sanierung des Theaters Winterthur das teuerste Projekt.
Auch wenn die Steuererträge in den letzten Jahren jeweils leicht gestiegen sind, so stiegen die Kosten in den Bereichen Bildung und Gesundheit verhältnismässig stärker an. Im Bereich Schule lagen die Ausgaben 8,9 Millionen Franken höher als budgetiert, im Bereich Gesundheit 4,6 Millionen Franken. Seit 2022 steigen die Kosten in den beiden Bereichen um fast 100 Millionen Franken – und sie werden voraussichtlich weiter steigen. «Der Druck auf den Finanzhaushalt nimmt zu, im kommenden Jahr sind wachsende Defizite zu erwarten», so Bopp. Laut Finanzplan rechnet die Stadt für die Jahre 2027 bis 2028 mit einem kumulierten Defizit von 135 Millionen Franken. «Der Finanzausblick ist sehr negativ und erfordert Handeln», sagte Stadtrat Bopp an der Medienkonferenz. Man habe deshalb ein Vorprojekt für Sanierungsmassnahmen lanciert. Mit welchen Massnahmen Bopp Gegensteuer geben will, konnte er noch nichtsagen. «Dafür ist es zu früh. Wir sind noch weit weg davon, Massnahmen zu treffen.» Viele Hebel hat der Stadtrat ohnehin nicht, da er auf viele der Kosten kaum Einfluss nehmen kann. Wird im Hintergrund also über eine Steuererhöhung diskutiert?
Sandro Portmann
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