Sol Bufalini
von den FCW-Frauen hatte mit ihren Teamkolleginnen einen Auftritt am Tanzfest.
Stadtpräsident Michael Künzle, Nina Cavigelli und Sarah Fuchs präsentierten die Wohnstrategie und das Wohnmonitoring. Bild: cnb
Die Stadt plant 26 Massnahmen und ruft ein interaktives Dash-board ins Leben.
Wohnen «Es brauchte einen langen Schnauf», sagt Stadtpräsident Micheal Künzle anlässlich der Präsentation der Wohnstrategie am 13. April im Superblock. Das Thema Wohnen beschäftige die Bevölkerung stark, deshalb sei diese Strategie als einer der wichtigsten Punkte der aktuellen Legislatur definiert worden. Den Auftrag dazu fasste der Stadtrat 2024 vom Stadtparlament.
Nina Cavigelli, Leiterin Wirtschaft und Wohnen, Amt für Stadtentwicklung, skizziert die Ziele: Die Stadt Winterthur will gemeinsam mit allen Akteuren ein ausreichendes und vielfältiges Wohnraumangebot sowie eine räumliche Durchmischung erreichen. Als Probleme benennt Cavigelli steigende Angebotsmieten, den Lock-in Effekt (Mieter bleiben in ihren aktuellen Wohnungen, weil die Mieten für eine neu angebotene Wohnung deutlich höher sind und sich ein Umzug so nicht lohnt) oder die schwankende Wohnbautätigkeit, die 2025 gar einen Negativsaldo auswies. «Es wird neuer Wohnraum entstehen beim Depot und mit den Projekten «Rocket & Tigerli» sowie «Eichwaldhof». Bei letzterem seien 160 Wohnungen verschwunden, dafür werden 300 neue entstehen. Dazu komme der Auftrag der Stimmbevölkerung, jährlich 120 gemeinnützige Wohnungen bereitzustellen.
Cavigelli weist auf die vier Handlungsfelder der Strategie hin. Diese lauten «Zusammenarbeit, Prozesse und Services vorantreiben», «Mehr Wohnraum schaffen», «Qualität des Wohnraums» sowie «Räumliche Durchmischung». Einen wichtigen Hebel sieht Cavigelli bei der geplanten Überarbeitung der Bau- und Zonenordnung (BZO). Die Stadt will eine aktive Rolle wahrnehmen und hat 26 konkrete Massnahmen definiert. Wie weit die Eigentumsrechte von Land- und Hausbesitzern beschnitten werden sollen, beantwortet Künzle: «Das ist immer ein grosses Thema, wir wollen aber von dieser Diskussion wegkommen.»
«Wir machen einen Riesenschritt», sagt Sarah Fuchs, Projektleiterin Amt für Stadtentwicklung zum Tool. Dieses sei dynamisch und interaktiv aufgebaut. Es kann auf der Webseite der Stadt aufgerufen werden. Das Monitoring beantwortet laut Fuchs wichtige Fragen: «Wie sieht es mit der Bautätigkeit in einem bestimmten Stadtkreis aus oder wie entwickeln sich Angebotsmieten?» Dieses Tool ist laut Fuchs einerseits ein Arbeitsinstrument, anderseits eine Dienstleistung an Interessierte. Als Grundlage dienten Daten der Stadt, zudem wurden Immobilienmarkt-Daten eingekauft, wobei der Datenschutz berücksichtigt wurde.
Kritik kommt von der FDP. Raphael Tobler, Präsident FDP Winterthur, schreibt: «Diese Wohnstrategie benennt das Problem, verweigert aber die einzig wirksame Antwort: Mehr Wohnraum. Winterthur braucht keine 26 zahnlosen Massnahmen, sondern mehr Wohnungen.» cnb
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