Beni Thurnheer
schreibt für die WIZE jede Woche eine Fussball-WM-Kolumne.
Die Winterthurer Galerie Weiertal zeigt Träume in textiler Form.
AusstellungTräume verweben den Tag mit der Nacht. Während Tagträume flüchtige Auszeiten darstellen, dienen Träume in der Nacht zur Verarbeitung von Erlebtem, welches oft durch das Unterbewusstsein neu zusammengefügt, bisweilen auf den Kopf gestellt wird. Die Dimensionen der Traumwelt werden in der Galerie Weiertal von 25 Kunstschaffenden aus Winterthur und der Ostschweiz ausgelotet.
Die Kuratorin Maja von Meiss nimmt sich kurz vor der Premiere Zeit für einen Rundgang.
Das Konzept der Ausstellung «Traumwelten» wurde von der IG Archiv Ostschweizer Kunstschaffen eingegeben und stiess auf grosse Resonanz.» Die Auswahl über die eingereichten Arbeiten traf die Kuratorin.
Die untere Galerie Weiertal steht im Zeichen: «Der Stoff, aus dem die Träume sind.» «Gemeinsam haben alle Werke, dass sie in textiler Form gefertigt wurden», sagt von Meiss. So fügt Eva Burkhard gebrauchte Manchesterstoffe zu einem Cluster zusammen. Eveline Cantieni, Rebekka Gnädinger, Yvonne Huggenberger und Heidy Vital zeigen fragile Arbeiten. In der oberen Galerie warten weitere Arbeiten darauf, das Publikum zu verblüffen, wie riesige Popcorn aus Marmor.
Im weitläufigen Park gibt es viel zu entdecken. Da ragen scheinbar organisch entstandene Pilze aus dem Gras. Roland Rüegg hat die Arbeit «mushrooming», die psilocybinhaltige Pilze darstellt, aus gebranntem Ahorn geschaffen. «Auch psychedelische Pilze können in eine Traumwelt entführen», sagt von Meiss. Schon gleitet ihr Blick auf einen Rosenbusch, «Die Rosen berauschen mich», sagt sie, «und erst dieser duftende Flieder, da brauche ich keine Pilze einzunehmen, um geflasht zu sein.» Von Meiss führt weiter durch die sorgfältig kuratierte Ausstellung mit vielfältigem Kunstschaffen.
Die Gartenanlage, die ihr Mann Rick von Meiss vor 44 Jahren geschaffen hat, verführt ebenfalls zum Träumen. Immer wieder laden lauschige Plätze zum Verweilen ein, Gänseblümchen erfreuen das Auge.
«Den Rasen mähe ich mit einem Aufsitz-Rasenmäher», sagt von Meiss lachend, «das macht mir viel Spass.» Ihr Mann sei hingegen für den Feinschliff im Garten zuständig. «In der heutigen Zeit brauchen wir Orte, die zum Nachdenken einladen, aber auch Rückzug ins Grüne anbieten.»
Claudia Naef Binz
Traumwelten
Ausstellung bis 6. September
Samstag/Sonntag 11 bis 17 Uhr
weiertal.ch
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