Chläuse
nahmen am Sonntag die Altstadt in Beschlag.
Dass die Markthalle Trivisano in der Marktgasse 2026 schliesst, beschäftigt mich. So vieles geht hier verloren. Dabei geht es über die Frage hinaus, wo ich künftig meine Weihnachtsgeschenke einkaufe. Warum kämpfen aktuell so viele Geschäfte in der Stadt ums Überleben? Meldungen von Firmen, die zumachen, überschlagen sich und darunter sind nicht nur kleine Geschäfte. Auch ein Clair's, ein Weltbild oder ein Bayard schliesst seine Tür, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen. Hat das mit einem veränderten Einkaufsverhalten zu tun? Die gleiche Tasse aus China ist in der App um einiges günstiger. Das Kleiderkaufen geht auf dem Handy mit wenigen Klicks bequem vom Sofa aus. Warum also noch in die Marktgasse? Die junge Generation nutzt fleissig die Vorteile des Onlineshoppings. Und sind wir ehrlich: Bei vielen Gegenständen ist es unerheblich, ob ich sie zuvor in den Händen halte – sei es die Teetasse, das Besteckset oder das Lieblingsbuch. Hat der physische Laden also ausgedient? Und was bedeutet das für die Altstadt? Wie kann die Marktgasse noch attraktiv bleiben, wenn in 20 Jahren niemand mehr zum Einkaufen aus dem Haus geht? Sind es nicht gerade die Geschäfte wie die Markthalle, welche die Gassen zwischen dem Einheitsbrei zu einem besonderen Ort machen. Ein Ort, der nach Ferien schmeckt und Werte wie Qualität und Genuss hochhält. Tragen wir Sorge dazu!
Sandro Portmann, Redaktionsleiter
Lade Fotos..