Sol Bufalini
von den FCW-Frauen hatte mit ihren Teamkolleginnen einen Auftritt am Tanzfest.
Mit seinem Kunst-Kiosk Kurioso geht Jeremy Hulette analog und bietet lokaler Kunst eine Plattform.
Lokalkunst Bunte Ballone an der Neustadtgasse 8 kündigen die Eröffnung des neuen Ladenlokals an. Jeremy Hulette ist gerade beschäftigt: Eine Kundin möchte bezahlen, hat kein Bargeld dabei und für eine Überweisung per Twint fehlt der Empfang. Freundlich weist Hulette auf das W-Lan hin. «Wir wollen hier analog gehen», wird er heute noch mehrmals sagen. Ein ungewöhnlicher Satz für einen US-Amerikaner, der früher in der IT-Branche tätig war.
Dass er seinen neuen Kiosk hier eröffnet, ist kein Zufall. Seit drei Jahren betreibt Hulettte das Roxy-Café gleich gegenüber. «Ich mag den Geist der Neustadtgasse, es ist schön, gemeinsam zu wachsen», sagt er. «Ich habe mit Roxy gelernt, dass es ein Team braucht, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen.» Ihm komme zugute, in einer schönen Stadt wie Winterthur zu leben. «Da will ich etwas zurückgeben.» Und eine seiner vielen Ideen umsetzen. «Ich hatte immer zu viele Ideen.»
Für Künstlerinnen und Künstler sei es sehr aufwendig, an Märkte oder Flohmis zu gehen – nur für einen Tag. «Hier im Kiosk können sie ihre Werke ausstellen. «Wir haben Preise von maximal 200 Franken festgelegt, wir schauen, ob das so passt.»
Da sind zum Beispiel Druck-Collagen in A4 und A3 der bildenden Künstlerin Colla Schön, die zudem Schmuck präsentiert.
Zu entdecken gibt es auch handgefertigte Linoldrucke in Form von Karten der Künstlerin Suela Raschetti.
Der Print «Birdwatching» von Perdü Studio rückt eine Taube ins Zentrum – wer beobachtet hier wen? Aus der gleichen Feder stammt das handgedruckte Büchlein «Cats of Seen».
Für das Sortiment der Vinylplatten ist der Mann mit der Schiebermütze zuständig: Andreas Mattiazzo, unter seinem DJ-Namen Cavaliere Spruzzi bekannt und Inhaber von Mono-Records. «Mich kennen alle unter dem Namen Spruzzi», sagt er. «Dieser Ort ist so liebevoll gemacht», ergänzt er. «Spruzzi hat den besten Musikgeschmack», bescheinigt ihm Hulette. Damit der Kiosk Bestand hat, hat der Gründer ein Crowd-Funding ins Leben gerufen, knapp die Hälfte des angestrebten Betrags von 15 000 Franken wurde erreicht. «Es ist ein Nail-Biter, wie man auf Amerikanisch sagt, also stressig, denn wenn das Ziel nicht erreicht wird, fällt das ganze Projekt flach.»
Die Wortschöpfung Kurioso beinhaltet nicht nur das englische Wort curious für neugierig, sondern auch kurios für merkwürdig. «Ja das stimmt, es ist ein weird shop, aber das darf er auch sein», sagt Hulette.
Claudia Naef Binz
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