Beni Thurnheer
schreibt für die WIZE jede Woche eine Fussball-WM-Kolumne.
Seuzach führt das E-Counting ein und wertet Abstimmungs-bogen elektronisch aus.
Seuzach Das Stimmcouvert, das die Seuzacher Stimmberechtigten erhalten haben, bot eine Überraschung. Erstmals befand ein maschinenlesbarer Stimmzettel mit Fragen zum Ankreuzen im Couvert.
Seuzach gehört zu den Gemeinden, welche das E-Counting kürzlich eingeführt haben. Am Abstimmungssonntag vom 14. Juni setzen laut Medienmitteilung des Kantons Zürich, Direktion der Justiz und des Innern erstmals neun Zürcher Gemeinden das elektronische Auszählen von Stimmzetteln ein.
«Der Entscheid zur Einführung von E-Counting liegt allein bei den Gemeinden», sagt Stephan Ziegler, Stellvertretender Amtsleiter, Leiter Wahlen und Abstimmungen, Statistisches Amt des Kantons Zürich auf Anfrage. «Zusammen mit egovPartner, einer eigenständigen Zusammenarbeitsorganisation von Gemeinden, Städten und dem Kanton Zürich, haben wir die Gemeinden fachlich begleitet.»
Bei einem Augenschein vor Ort am Abstimmungssonntag in Seuzach, am 14. Juni, um 12 Uhr, gibt Gemeindeschreiber Marco Tigani Auskunft. Rund 3600 Stimmzettel seien eingegangen. «Die Resultate sind bereits ausgezählt, das Schulhaus Rietacker wurde mit einer Mehrheit von rund 80 Prozent und einer grossen Stimmbeteiligung von 64,54 Prozent genehmigt», sagt er. «Die erstmalige Auszählung mit E-Counting verlief effizient und ohne Probleme.» Nach wie vor werden Wahlzettel manuell ausgewertet. Seuzach habe zu den ersten Gemeinden gehört, welche die Resultate geliefert hätten, früher hätten das Wahlbüro bei dieser Anzahl an Vorlagen noch bis etwa 14 Uhr gearbeitet.
Beitrag zur Digitalisierung
«Wir wollen einen Beitrag zur Digitalisierung und zum Effizienzgewinn auf Zürcher Verwaltungen leisten», beschreibt Tigani die Motivation, das E-Counting einzuführen. Die Änderung sei in der Bevölkerung positiv aufgenommen worden. «Wir hatten im Vorfeld keine negativen Rückmeldungen.» Auch in anderen Bereichen wie bei der Website, E-Services und der Nutzung von KI verfolge die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Kanton Projekte zur Digitalisierung.
Der Stimmzettel kommt als A4-Druck ohne spezielle Kennzeichnung wie einem Wasserzeichen oder Ähnlichem aus. «Dies ist nicht erforderlich, weil wir über die Prüfung des Stimmrechtsausweises eine Kontrolle darüber haben, dass pro Person nur einmal Unterlagen eingereicht werden», erläutert Tigani. «Nach wie vor werden die Stimmrechtsausweise durch die Mitarbeitenden der Einwohnerdienste geprüft.» Die grauen Stimmzettelcouverts kämen anschliessend in eine Urne, welche erst am Abstimmungssonntag durch das Wahlbüro geöffnet werde.
In einem der Büros der Gemeindeverwaltung befindet sich der Scanner. Die Auswertung liefert eine Software auf einem Notebook, das mit dem Scanner verbunden ist. «Dieses Notebook ist während des Prozesses offline», betont Tigani. Die Vorgaben des Bundes und des Kantons schreiben eine Plausibilisierung zur Funktionskontrolle des Scanners vor.
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