Sol Bufalini
von den FCW-Frauen hatte mit ihren Teamkolleginnen einen Auftritt am Tanzfest.
Auch der Umgang mit Videospielen soll gelernt sein: Das Team von «Let's Talk: Gaming».
Der Verein «Let's Talk: Gaming» sensibilisiert zu Videospielen und lädt in Oberwinterthur zum Gaming Day ein.
Oberwinterthur Faszination Computerspiele: Die Zahl der Menschen, die in der Schweiz gamen, nimmt zu. Laut einer Studie aus dem Jahr 2025 gamen 3,6 Millionen Menschen in der Schweiz – eine Viertelmillion mehr als im Vorjahr. Besonders oft sitzen Jugendliche vor dem Bildschirm. 40 Prozent der 15-bis 19-Jährigen spielen täglich.
«Viele Eltern sind mit dem riesigen Spiele-Angebot überfordert. Sie sehen, dass die Kinder von den Games fasziniert sind und wollen die Nutzung steuern, was nicht selten auch zu Konflikten führt», sagt der Winterthurer Sozialpädagoge Nyima Tsering. Er hat in Winterthur den Verein «Let's Talk: Gaming» aufgebaut. Dieser betreibt an Schulen Bildungsarbeit zum Thema Gaming, organisiert mit der Stadtbibliothek Oberi zusammen Quartierevents und berät Eltern zum Thema Medienerziehung. Am Samstag, 9. Mai, führt der Verein gemeinsam mit der Stadtbibliothek Oberwinterthur im Campo den Gaming Day durch.
Dabei gehe es nicht darum, das Gamen zu verteufeln, im Gegenteil: «Wir sind selbst alle Gamer. Es ist unser Ziel, eine Medienkompetenz zu entwickeln und die Videospiele mit ihren Ressourcen und Risiken ausgewogen darzustellen», sagt Tsering. So gebe es auch viele Spiele, die das Zusammenkommen fördern – «besonders bei der Konsole Switch, die auf das gemeinsame Spiel ausgerichtet ist.» Doch wann ist zu viel? Nach wie vielen Stunden sollen der PC, die Spielkonsole wieder ausgeschaltet werden? Eine einfache Antwort auf diese Frage gebe es nicht, sagt Tsering, selbst Vater von zwei Kindern. «Ich gebe keine Zeitempfehlung, das ist für jede Familie sehr individuell. Die Regeln müssen in den Familienalltag passen.»
Doch da sind auch Schattenseiten. «Problematisch sind Spielmechaniken, die animieren, Geld auszugeben», so Tsering. Als Beispiel nennt er das beliebte Fussballspiel «FIFA». Dieses sei zwar vom Gameplay her unproblematisch. «FIFA ist aber ab drei Jahren und hat Spielmechaniken, die zum Glücksspiel animieren.»
Am Samstag, 9. Mai, führt der Verein «Let's talk: Gaming» zusammen mit der Stadtbibliothek Oberwinterthur den «Gaming Day» durch. Dieser findet im Campo statt und hat ein reiches Programm für Gross und Klein. «Wir bauen an diesem Tag ganz viele Gaming-Möglichkeiten auf und führen diverse soziale Aktivitäten für Kinder und Eltern durch», so Tsering. Im Eltern-Café können sich Erwachsene zum Thema austauschen. www.campo.ch
Sandro Portmann
Lade Fotos..