Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Remo Cozzio.
Lukas Wachter und Andreas Käppeli führen die City-Vereinigung Junge Altstadt neu im Co-Präsidium
Remo Cozzio wurde an der GV der City-Vereinigung verabschiedet
Herr Cozzio, nächstes Jahr hätten Sie mit dem 25-Jahre-Jubiläum abtreten können, weshalb haben Sie nicht zugewartet?
Remo Cozzio: Man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Wir hatten den Rücktritt früher geplant, wollten aber warten, bis die neue Crew bereit ist.
Rückblickend auf die 24 Jahre – was waren die grössten Veränderungen, die Sie in der Altstadt als City-Vereinigung begleiten durften/mussten?
Für uns intern eine grosse Veränderung war die Umstellung von den Geschenkgutscheinen auf die Geschenkkarte.
Was war rückblickend der Höhepunkt Ihrer präsidialen Jahre, was der Tiefpunkt und weshalb?
Die Gründung des Obertormarktes ist sicher das, was noch lange für die Besucher Bestand hat. Die Bänkliaktion bleibt auch unvergessen.Tiefpunkte blende ich immer sofort aus und kann mich deshalb nicht daran erinnern.
Hand aufs Herz, die Junge Altstadt wurde lange Zeit von ihren Geschäftsführern wie Renato Giovanelli, Heinz Schudel etc. geprägt, brauchte es da überhaupt einen Präsidenten und wenn ja, wo kam Ihre Arbeit zum Tragen?
Nicht zu vergessen Röbi Frei, der die JA wesentlich geprägt und die Basis gelegt hat. Den Präsidenten braucht es vor allem für die vielen Apéros… seriös: Ein Präsident ist wie ein Verwaltungsratsvorsitzender in einer grösseren Firma. Er muss die Vorgaben machen, überwachen, alles zusammenhalten und das Netzwerk pflegen.
Apropos Liegenschaftsinhaber, tragen diese nicht eine gewisse Schuld mit, dass aufgrund hoher Ladenmieten Geschäfte schliessen müssen, keine Nachmieter gefunden werden und sich grösstenteils nur Ladenketten Standorte etwa in der Marktgasse leisten können. Konnte unter Ihnen die Junge Altstadt zugunsten einer attraktiven Shoppingmeile und einem gesunden Ladenmix entsprechend Einfluss auf die Hauseigentümer nehmen?
Ich bin nach wie vor fest überzeugt, dass wir einen sehr schönen Ladenmix über die ganze Altstadt verteilt haben. Die privaten Liegenschaftsbesitzer sind sicher nicht diejenigen, die mit den Mietzinsen überborden. Auch sonst beurteile ich die Mietzinse in der Altstadt vernünftig. Ich kenne kein funktionierendes Geschäft, dass wegen der Miete aufgeben musste. Viel wichtiger ist, das die Rahmenbedingungen, wie gute Erreichbarkeit, für eine besuchenswerte Altstadt optimal sind.
Das Untertor hat eine eigene Vereinigung, fast jede Gasse eine IG, hätten Sie es nicht lieber gehabt, wenn alle an einem einzigen Strang gezogen hätten?
Die Junge Altstadt war immer das Dach übers Ganze. Die Gassenvereinigungen haben es immer schwieriger, die Vorstände zu stellen und engagierte Leute zu finden. Ich bin überzeugt, dass sich diese Vereinigungen immer mehr auflösen werden und die Koordination und Administration der JA überlassen, was Sinn macht und die Kräfte bündelt um kraftvoll und sichtbar aufzutreten.
Sie haben an einem neuen Leitbild/Konzept der Genossenschaft Junge Altstadt mitgearbeitet, was soll anders, zeitgemässer oder besser werden?
Das ist bereits ein Projekt der neuen Crew… die werden das sicher sehr gut machen.
Wovon profitieren die Ladenbetreiber, inwiefern wird der Altstadtbesucher den neuen Wind spüren?
Das werden wir sehen. Sicher wird die Kommunikation digitaler und es wird vermutlich auch auf Social-Media noch mehr passieren.
Ich bin aber auch überzeugt, dass sehr vieles in der schönen Winterthurer Altstadt gut funktioniert. Man kann das Rad nicht immer neu erfinden.
Sie haben 24 Jahre lang «durchgehalten», was geben Sie Ihren beiden Nachfolgern mit, um an diesem Amt ebenfalls lange Freude zu haben?
Es ist ein spannendes Amt. Man darf in der Altstadt vieles mitgestalten und es ermöglicht einem, interessante Personen kennen zu lernen, zu denen man ansonsten nie in Kontakt käme.
Wichtig ist, dass einem die Winterthurer Altstadt ans Herz gewachsen ist.
Interview: gs
Lade Fotos..