Sol Bufalini
von den FCW-Frauen hatte mit ihren Teamkolleginnen einen Auftritt am Tanzfest.
Der Papierverbrauch in Winterthur nimmt kontinuierlich ab.
Die Welt wird immerdigitaler, das zeigt auch der Blick in den Abfall.
Ressourcen In den letzten zwanzig Jahren halbierte sich der Altpapierverbrauch in Winterthur. Die Zahl sank von 5700 Tonnen 2004 auf 2500 Tonnen im Jahr 2024, wie eine neue Abfallstatistik des Kantons zeigt. Die Kurve sinkt stetig, was aber nicht daran liege, dass Herr und Frau Winterthur das Altpapier weniger gut trenne, wie die Stadt auf Anfrage mitteilt. So sei der Anteil an Papier im Kehrichtsack von 2012 auf 2022 von 13 Prozent auf 12 Prozent nur ganz leicht gesunken. «Es wird also nicht weniger getrennt», sagt Simon Amann, Entsorgungsberater der Stadt. «Der Hauptgrund ist, das viel mehr Inhalte digital konsumiert werden und das Papier in unserem Leben eine immer kleinere Rolle spielt», so Amann weiter.
Gleichzeitig zeigt sich der verlagerte Konsum ins Digitale beim Kartonverbrauch. Weil mehr online bestellt wird, nimmt die Altkartonmenge zu. Lag der Verbrauch in Winterthur 2004 noch bei 175 Tonnen, so ist er stetig auf 1800 Tonnen im 2024 angestiegen.
«Bei uns auf der Sammelstelle nehmen wir diesen Trend ebenfalls so wahr», sagt Judith Maag, Geschäftsführerin von Maag Recycling. Von der Entwicklung sei die ganze Branche betroffen. Insbesondere für Papierfabriken sei die Situation sehr herausfordernd. Diese müssen für das Altpapier einen Preis bezahlen, der Sammlung und Transport deckt. «Gleichzeitig sinken die Absatzmengen und -preise für Neupapier. Es wäre ein Trauerspiel, wenn die Schweiz nach der letzten Glashütte auch noch die letzte Papierfabrik verlieren würde», so Maag.
Der Umstieg auf Digitales setzen viele mit dem Attribut ressourcenschonend gleich. Das digitale Büro benötigt schliesslich weniger Papier und für ein Onlinemagazin müssen keine Bäume gefällt werden. Das ist ein Trugschluss, wie verschiedene internationale Studien zeigen. Auch digitale Produkte belasten die Umwelt. Ob eine Printzeitung oder ein Onlinemagazin eine bessere Ökobilanz aufweist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist zum Beispiel die Nutzungsdauer: Laut einer grossen schwedischen Studie aus dem Jahr 2007 ist die Umweltbelastung einer Printzeitung und einer webbasierten Zeitung in etwa gleich, wenn die Online-Lesedauer etwa 30 Minuten beträgt.
Sinkt die Zeit, verbessert sich das Ergebnis zugunsten von Online. Wie hoch die Umweltbelastung einer Online-Newsplattform ist, lässt sich mit dem Rechner websitecarbon.com ermitteln. Laut diesem verursacht ein Besuch auf der Webseite www.srf.ch beispielsweise lediglich 0,14 Gramm CO₂. Aber: Die digitalen Plattformen von SRF verzeichneten laut eigenen Angaben Anfang 2026 im Schnitt über 3,3 Millionen Besuche pro Tag. Das entspricht einem täglichen CO₂-Ausstoss von 462 Kilogramm oder rund 170 Tonnen pro Jahr. Wie viel Treibhausgas ausgestossen wird, wollte auch die österreichische «Kleine Zeitung» wissen und hat sich den Wert berechnen lassen. Die Tageszeitung mit 240 000 Lesern kam auf rund 20 000 Tonnen pro Jahr oder 140 Gramm CO₂ pro Ausgabe.
Sandro Portmann
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