Sarina Molinari
hat eine innige Beziehung zu den Songs von ABBA.
Adrian Bolf, Gründer «Militärfreunde Schweiz.» Bild: cnb
Der Winterthurer Adrian Bolf hat die Plattform «Militärfreunde Schweiz» gegründet, um Kameraden zu vernetzen.
Kameradschaft«Die Inspiration für die Plattform entstand am Weihnachtsmarkt, als ich auf den Vater eines Kollegen stiess, der damals die Plattform ‹Klassenfreunde› gegründet hatte», sagt Adrian Bolf beim persönlichen Gespräch in der Alten Kaserne, an einem passenden Ort, da hier 1846 noch Soldaten untergebracht waren.
«Ich kam ins Grübeln und überlegte, wo eine solche Plattform auch noch gefragt sein könnte», sagt er. «So landete ich bei der Idee, ehemalige Militärkollegen zu vernetzen.» So gründete Bolf vor zwei Wochen zusammen mit Behar Zeqiraj die Plattform «Militärfreunde Schweiz». Vor allem ältere Semester sollen angesprochen werden: «Einsamkeit im Alter ist ein wichtiges Thema. Mit der Plattform möchten wir einen kleinen Beitrag leisten, um dem entgegenzuwirken.»
«Ein grosser Teil meines Kollegenkreises stammt aus dem Militär», sagt Bolf. Er hat die RS in Thun bei einer Panzerkompagnie als Führungsstaffel-Soldat absolviert. Sein Arbeitsplatz war die Relaisstation, der Bunker oder das Führungsstaffel-Zelt. «Zuerst war ich nicht motiviert, ins Militär zu gehen, aber ich suchte einen Tapetenwechsel und wollte meinen Alltag mal komplett auf den Kopf stellen», sagt Bolf, «deshalb entschied ich mich dazu, Militärdienst zu leisten.» In dieser Zeit seien echte Kameradschaften entstanden. «Gerade wenn man eine strenge, zwischendurch, pardon, Scheiss-Zeit, zusammen durchmacht, schweisst dies enorm zusammen.»
Während die jüngere Generation per WhatsApp in Verbindung bleibt, gehen in der älteren Generation Kontakte eher verloren. Diese sollen nun reaktiviert werden. «Wir haben die Homepage bewusst schlank gehalten, es hat kein ‹Gnusch› drauf.» Sie lasse sich über Laptop, Tablet oder Handy abrufen. «Einzig per Briefpost funktioniert es nicht», witzelt Bolf.
Das Programmieren inklusive Testphase hat rund zwei Monate in Anspruch genommen. Bolf ruft auf seinem Handy die Seite auf. Mit wenigen Klicks und Angaben zum geleisteten Militärdienst landen Teilnehmer in einer Chatgruppe.
«Die Chats sind nicht öffentlich», betont Bolf. Als persönliche Angaben genügen der Name und die E-Mail-Adresse, wer mag, gibt den Dienstgrad bekannt.
Die Plattform «Militärfreunde Schweiz» ist losgelöst von der Schweizer Armee, es werden laut Bolf keine Militärdaten publiziert, der Datenschutz wird ernst genommen. «Der Fokus liegt auf der Kameradschaft und der Vernetzung.»
Obwohl erst zwei Wochen seit der Aufschaltung vergangen sind, haben sich bereits 50 Leute auf der Plattform angemeldet. Auf Instagram erfolgten 2000 Aufrufe. «Wir werden auch von Militärbegeisterten geteilt.» Auf Facebook gab es 1000 Interaktionen mit der Homepage sowie knapp 17 000 Aufrufe. «Unsere Inhalte werden rege geteilt, wir vernetzen uns aber auch selber mit Schützen- und Offiziersvereinen sowie Militär-Influencern, sie alle fanden die Plattform eine coole Idee», sagt Bolf.
«Wir sind zwar ein kleines Team, aber wir haben eine grosse Mission.» Während Bolf fürs Marketing zuständig ist und das Gesicht der Plattform darstellt, übernimmt sein Kollege die Programmierung. «Wir beide studieren und arbeiten 80 Prozent.» Daneben sollen noch Freunde und Familie gepflegt werden und auch der Sport soll neben der Kameradschaft nicht zu kurz kommen.
Claudia Naef Binz
militärfreunde.ch
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