Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Carolina Torres und ihr Hund stehen unter Schock. Bild: Claudia Naef Binz
Eine Hundehalterin und ihr Hund wurden an der Technikumstrasse von drei grossen Hunden angegriffen.
Hundeattacke «Wir sind traumatisiert», erzählt die Hundehalterin Carolina Torres bei einem persönlichen Gespräch. «Wir», das sind Nevado, ihr 5-jähriger spanischer Wasserhund, eine Lagotto-Rasse, und sie selbst.
Auf einem Plakat hatte Torrres auf eine Hunde-Attacke an der Technikumsstrasse aufmerksam gemacht und einen Zeugenaufruf gestartet. «Nein, an den Ort des Geschehens wollen wir nicht zurückgehen», sagt Torres auf die Frage, ob ein Foto am Schauplatz möglich sei.
Ohne Leine, ohne Maulkorb
«Es war am Mittwoch, 14. Oktober, 11.30 Uhr, da befanden wir uns an der Technikumstrasse, als Nevado und ich von drei grossen Hunden angegriffen wurden», sagt Torres. Die Hunde hätten sich in einem soeben parkierten Auto befunden. Nachdem die Beifahrerin, eine Seniorin, die Heckklappe geöffnet habe, seien die Tiere, zwei schwarze und ein brauner Hund auf sie zugestürmt. «Die Hunde waren nicht angeleint, hatten keinen Maulkorb, auch der Fahrer war nicht in der Lage, die grossen Tiere zurückzurufen.»
Laut Torres biss einer der Hunde Nevado mehrfach in den Nacken und schüttelte ihn heftig. «Ich versuchte, meinen Hund hochzuheben, da wurden wir von den drei Hunden zu Boden gestürmt. «Wir kämpften minutenlang gegen drei bissige Hunde.» Noch heute zeugen Wunden im Halsbereich von Nevado vom Kampf.
Torres streckt ihre Finger entgegen, zeigt den blau unterlaufenen, abgebrochenen Fingernagel, die Hand ist noch leicht geschwollen. Dann hebt sie die Hosenbeine, die Knie sind aufgeschürft. Auf dem Handy sind Fotos der zerbrochenen Brille und des zerbissenen Nylonhalsbands von Nevado gespeichert. «Nur durch einen beherzten Griff ins Maul des angreifenden Hundes konnte ich das Leben von Nevado retten, dieser flüchtete schliesslich allein nach Hause.» Torres ringt sichtlich um Fassung. «Ich habe schliesslich meine Tochter und die Polizei anrufen können, ich habe bei der Polizei Anzeige erstattet», sagt sie. «Der Freund meiner Tochter, der hinzugeeilt ist, hat das Nummernschild der Halter fotografiert», sagt sie.
Zeugen weggeschickt?
Laut Torres haben mehrere Zeugen den Vorfall gesehen und ihre Hilfe angeboten. «Die Polizei hat diese Zeugen jedoch weggeschickt, möglicherweise, ohne dass die Kontaktdaten aufgenommen wurden.» Deshalb habe sie einen Aufruf gestartet.
Die Stadtpolizei dementiert diesen Vorwurf entschieden, sie hat mehrere Zeugen befragt, wie sie auf Anfrage bekanntgibt.
«Bei der Stadtpolizei Winterthur ist ein Notruf in der Sache eingegangen, die Polizei ist sofort ausgerückt» bestätigt Laura Pelli, Sprecherin der Stadtpolizei. «Die Hundehalterin hat alles richtig gemacht, indem sie die Polizei gerufen hat», sagt Pelli. Da der Hund verletzt worden war, wird der Fall durch den Tierarzt dem Veterinäramt gemeldet. Zudem wird das Veterinäramt mit einer Kopie der Rapporterstattung der Polizei bedient. «Dem Hundehalter droht eine Busse. Das Strafmass legt die zuständige Untersuchungsbehörde fest. Allfällige Heilungskosten und Tierarztkosten können auf dem zivilrechtlichen Weg eingefordert werden», sagt Pelli.
Der Halter ist laut Pelli der Polizei bekannt. Die Ermittlungen laufen. «Wir wissen nicht, wie die Frau zu dieser Aussage kommt, dass Zeugen weggeschickt wurden. Wir haben mehrere Auskunftspersonen befragt, die den Vorfall beobachten konnten. Personen, die sachdienliche Hinweise zum Vorfall geben können, werden von uns natürlich angehört und nicht weggeschickt.»
Den Zeugenaufruf der Hundehalterin mit dem Plakat in der Altstadt sieht Pelli von der Stadtpolizei kritisch. «Es ist nicht zielführend, wenn Privatpersonen, in einem laufenden Verfahren selber aktiv werden. Den Tathergang zu ermitteln, ist Sache der Polizei», sagt Pelli.
Laut Hundehalterin Torres war der besonders aggressive, braune Hund nur vorübergehend bei den Senioren untergebracht und sei offenbar schon negativ aufgefallen und sollte eingeschläfert werden, wie ihr der Polizist mitgeteilt habe.
Darauf antwortet Pelli: «Die Entscheidung, ob ein Hund eingeschläfert wird, oder anderweitige Massnahmen wie zum Beispiel eine Maulkorbpflicht getroffen werden, entscheidet das zuständige Veterinäramt.»
Für die Hundehalterin Torres bleibt eine grosse Unsicherheit, wenn sie sich mit Nevado in der Stadt bewegt. «Was mich am Vorfall besonders traurig macht: Von den Hundehaltern kam keinerlei Entschuldigung», sagt sie.
Claudia Naef Binz
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