Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Markus Burkhard (rechts) mit seinem Küchenteam im Menoir im Dorfkern von Oberwinterthur. Bild: spo
Die Gastroszene in Winterthur kommt in Bewegung. Im neuen Gault-Milliaut-Guide 2026 befinden sich zwei neue Restaurants aus Winterthur
Genuss Sie haben es wieder getan: Zum zweiten Mal in Folge holt das Restaurant Trübli um Chef Alex Bindig 16 Gault-Millau-Punkte im neuen Ranking des Restaurant-Guides. Damit wird es zum besten Restaurant der Stadt Winterthur gekürt. «Es freut uns mega!», sagt Bindig in den sozialen Medien. Noch immer ist unklar, wie es mit dem Trübli weitergeht. Bis im März 2026 muss der Wirt mit seinem Team aus dem Lokal heraus, der Eigentümer verkauft das Gebäude für drei Millionen Franken. «Wir sind mit einem neuen Lokal im Gespräch, spruchreif ist aber noch nichts», sagt Bindig im Gespräch. Er sei aber zuversichtlich, dass es mit dem Trübli weitergehe. Warum kauft er nicht das Gebäude selbst? «Wir haben das kurz überlegt, es ist aber keine Option», so Bindig. Einerseits wegen des hohen Preises, bei dem zudem hohe Investitionskosten bei der Küche anfallen. Andererseits könne er es sich nicht leisten, das Restaurant während des Umbaus geschlossen zu haben.
Auch das Rosa Pulver (15 Punkte) und das Restaurant Taggenberg (14 Punkte) tauchen im Restaurantführer wieder auf und konnten ihre Punkte halten. Ebenfalls nicht verstecken muss sich der Sternen in Pfungen, der 15 Gault Millau Punkte geholt hat.
Der aktuelle Gastro-Führer bringt zudem zwei schöne Überraschungen mit. Mit den Restaurants «National» und «Menoir» gibt es in der Winterthurer Gastrolandschaft zwei neue Betriebe, die punkten konnten. Während das National direkt beim Bahnhof auf eine lange Gastrotradition zurückblicken kann, dürfte das Restaurant Menoir in Oberwinterthur noch vielen unbekannt sein. Die Neueröffnung der ehemaligen Sunnegg im April liegt erst ein paar Monate zurück. Bekannt ist jedoch das Team hinter dem Restaurant mit Michael Schädeli und dem Paar Flavia Hiestand und Markus Burkhard. Das Dreiergespann betreibt seit Dezember 2024 die Olo Bar in der Altstadt. Burkhard und Hiestand haben sich in der Gastrobranche aber bereits mit dem «Jakob» in Rapperswil einen Namen gemacht, der bis heute nachhallt. Das Restaurant war mit 16 Gault-Millau-Punkten hoch dotierten. Burkard war zudem «Entdeckung des Jahres 2017» von Gault Milliau.
Die Punkte stehen beim Restaurant Menoir in Oberwinterthur nicht im Vordergrund, wie Markus Burkhard auf Anfrage sagt. «Viel wichtiger ist unsere Intention, ein gutes Handwerk, eine gute Küche, eine gute Gastgeberschaft zu bieten», sagt er. Im Menoir werde der Kreislaufgedanke gelebt. «Lokale Produkte aus einer nachhaltigen Landwirtschaft sind mir wichtig. Zu den Produzenten pflegen wir einen guten Austausch», so Burkhard. Angeboten werden jeweils zwei Menüs, wobei Vegetarier genauso auf ihre Kosten kommen wie die Fleischesser. «Ich finde die vegetarische Küche sogar spannender, weil sie sensorisch breiter ist als bei Fleischgerichten», so Burkhard. Auch der Herbst mit seiner Vielfalt liege ihm sehr. Aktuell steht Wild auf der Karte. Das Fleisch dazu kommt von einem befreundeten Jäger aus Illnau.
Die Freude im National über die neue Listung im Gastro-Führer ist gross. «Wir freuen uns sehr über die 13 Punkte im Gault-Millau – eine schöne Anerkennung für das ganze Team im National», sagt Chef Rudi Bindella auf Anfrage der «Winterthurer Zeitung». Der Fokus liege weiterhin auf einer ehrlichen, einfachen Küche mit besten Zutaten. «Gerichte wie ein klassisches Züri-Geschnetzeltes gehören einfach dazu. Ebenso wichtig ist uns ein herzlicher, aufmerksamer Service, der unsere Gäste spüren lässt, wie willkommen sie bei uns sind. Natürlich möchten wir das erreichte Niveau halten und unsere Gäste immer wieder begeistern», so Bindella.
Sandro Portmann
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