Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
An der Grundsteinlegung wurde eine Zeitkapsel vergraben.
Elsau wächst. Auf dem Areal Rietwisen entstehen bis 2027 192 neue Wohnungen. Damit sichert sich die Gemeinde ihre Eigenständigkeit.
Bauen Es ist eine der grössten Baustellen in der Region. Auf der Rietwiese in Elsau, gleich neben dem Bahngleis, entstehen bis 2027 insgesamt 192 Wohnungen. Das Land, das der ortsansässigen Familie Schuppisser gehört, wird gemeinsam mit der Wohnbaugenossenschaft bahoge überbaut. Das freut auch die Gemeinde Elsau, die für die kleine Siedlung selbst ein kleines Landstück beigesteuert hat. So strich an der Grundsteinlegung vom vergangenen Freitag, 29. August, der Gemeindepräsident Daniel Schmid in seiner Rede die Wichtigkeit des Projekts für die Gemeinde hervor. «Die Überbauung Riethöfe ermöglicht uns, selbstständig zu bleiben», sagt er. Elsau hat aktuell rund 3900 Einwohner. «Es hat sich gezeigt, dass eine Gemeinde rund 5000 Einwohner braucht, um eigenständig zu sein. Die Überbauung Riethöfe hilft uns dabei, ohne dass wir gross in Infrastruktur investieren müssen.» Die anfängliche Angst der Anwohner vor LKW-Kolonen habe sich indes nicht bestätigt. Rund hundert Gäste waren an der Grundsteinlegung dabei.
Die Riethöfe sind eine mehrheitlich genossenschaftliche Siedlung, die als Mehrgenerationen-Projekt geplant wird. Zusätzlich zu den 192 Wohnungen sind auch einzelne Dienstleistungen vorgesehen, unter anderem eine Kindertagesstätte und ein Coworking-Space. Zusammenleben wird hier grossgeschrieben. Dazu passt die Anordnung der Siedlnug, die von einem landwirtschaftlichen Gehöft inspiriert wurde. Das Herzstück der Siedlung bildet ein Zentralhaus, das mit einem grossen Werkhof verbunden ist. Drei Riegelbauten sollen den Lärm der St. Gallerstrasse dämmen.
Die Siedlung Riethöfe bietet die gesamte Palette von Wohnungsgrössen – von der 1,5 Zimmer- bis zur 5,5-Zimmer-Wohnung. Auch für Wohngemeinschaften wird es Wohnraum geben. Die ersten der 192 Wohnungen sind im Sommer 2027 bezugsbereit. Die Vermietung startet rund ein Jahr vorher. Der Bau kommt gut voran. Eva Graf, Verwaltungsratspräsidentin der Kiko Betriebs-AG, legte eine Zündhölzschachtel und ein Kleideretikett in die Zeitkapsel. Die Familie Schuppisser-Lehmann betrieb einst eine Zündhölzer-Fabrik in Räterschen, bevor sie 1938 eine Kinderkleiderfabrik gründete und bis in die 1980er-Jahre erfolgreich führte. 2015 entschied die Familien-AG, mit der Einzonung der Rietwisen wieder aktiv zu werden. In der Wohnbaugenossenschaft bahoge habe sie einen idealen Partner für ein ökologisch-gemeinschaftliches Siedlungsprojekt gefunden, betonte Eva Graf. Deren Präsidentin Bruna Campanello bestätigte die erfreuliche Zusammenarbeit mit Gemeinde, Kiko und Architekturbüro. «Ich habe grossen Respekt für die Arbeit, die hier auf der Baustelle geleistet wird», sagte Campanello.
Sandro Portmann
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