Goldjungs
Cyrill Koller und Ian Hofer holen an der Berufsweltmeisterschaft die Goldmedaille.
Der 80-jährige Markus Keller ist ein Multi-Sprachtalent. Davon profitieren die ausländischen Spieler von Pfadi Winterthur, die bei ihm Deutsch lernen.
Handball Alles begann in der Saison 2019/20. Pfadi Winterthur verpflichtete mit einem Drei-Jahres-Vertrag den Israeli Adir Cohen. Da der Spieler nur Hebräisch und Englisch sprach, empfahl ein Pfadi-Freund Markus Keller als Deutschlehrer. Er sei sportbegeistert und er beherrsche die englische Sprache. Anschliessend kam der Anruf des damaligen Geschäftsführers Markus Jud. «Adir Cohen solle Deutsch lernen. So führte ich einen Schulungsort in der AXA Arena. Die Kosten der Schulbücher übernahm der Verein», sagt Markus Keller. Die zum grossen Teil ehrenamtliche Arbeit gefiel Spielern und dem Deutschlehrer. Weitere Spieler folgten. Einer war der Israeli Yahav Shamir in der Saison 2020/21. Markus Keller: «Auf Ende Saison verliess er uns in Richtung Frankreich zu Paris-Tremblay. Daher unterrichtete ich ihn in französischer Sprache.» Weitere Spielsaisons folgten, und Markus Keller ging die Arbeit nicht aus. In den Genuss des Deutschunterrichts kamen Giorgi Tskhoverabadze (Georgien), Otto Lagerquist (Schweden), Moustafa Hadj Sadok (Algerien), Viran Moros (Spanien), Eduardo Mendonca (Portugal), Admir Ahmetasevic (Bosnien-Herzegovina), Arsenije Dragasevick (Montenegro) und Tomas Moreira Rodriguez (Spanien).
In der Saison 2024/25 betreut Keller Oliver Eggert (Dänemark), Kristian Rammelt (Norwegen), Ivan Simic (Serbien) und Goalie-Trainer Sanimir Radek (Kroatien). «Ich liebe es, mit diesen jungen und tollen Spielern zu arbeiten, denn sie wollen unbedingt sprachlich nach vorn kommen», bemerkt Keller. «So bleibe ich auch jung und habe immer wieder schöne Erlebnisse. Alle meine Schützlinge sind super Schüler.»
Keller arbeitete vor seiner Pensionierung als Instruktor für Verkaufspersonal weltweit für die Swissair und Swiss. 1959 ging er in Pension. Beim TV Wallisellen und bei Pfadi Winterthur war er in den unteren Ligen als Handballer aktiv. «Meistens war ich Ersatzspieler», meint er lachend. Gern spielt Keller Golf und ist Aktivmitglied bei der Männerriege Wallisellen. Sein Herz gehört – nebst seiner Familie – auch Pfadi Winterthur. An den Heimspielen ist er dabei. «Solange ich mich gesundheitlich wohlfühle, bin ich bei Pfadi weiterhin im Einsatz.» ⋌Robert Blaser
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